Warnemünde im Februar

Die ersten Monate des Jahres sind auf den ersten Blick nicht unbedingt geeignet, um die Ostseeküste aufzusuchen. Wer allerdings schon mal der Saison in Warnemünde und ähnlichen Orten etliche Tage an der Küste zugebracht hat, der weiß die vorgeblich ungemütliche Zeit zu schätzen. Dabei gilt nach wie vor: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

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Wellen am Strand vor Warnemünde

Selten zudem, dass das Wetter wirklich durchgehend schlecht ist, manchmal durchwachsen, meistens nur kalt. Anfang Februar war es dieses Jahr allerdings etliche Male auch sehr stürmisch. Die angekündigten Sturmböen sind tatsächlich durchgezogen. Mit den Böen fliegende Sandkörner brannten sehr unangenehm im Gesicht. Auch begeisterte Strandläufer wie Chico stürmten zwar regelmäßig über die Dünen, um dann aber recht schnell wieder den Rückzug in den Windschatten anzutreten. Cleo als RuStraKö (rumänischer Straßenköter) macht inzwischen auch recht gerne ausgiebige Strandspaziergänge, allerdings auch nur bei schönem Wetter. Wenn der Wind das dichte schwarze Fell aufstellt und sich die Sandkörner dazwischen festsetzen, verliert sie sehr schnell die Lust.

Cleo im Roentgen

Cleo im Röntgen

Für solche Momente haben sie sich mit dem Café Röntgen angefreundet. Es liegt an der Seestraße nahe des Leuchtturms und ist für seine gemütliche Kaffeehausatmosphäre und ausgezeichneten Torten beliebt. Vor allem Cleo bevorzugt einen Tisch auf der Empore, hat sie von dort doch einen ausgezeichneten Überblick über das Café und die großen Fenster hinaus auf die Straße. Damit kann sie sich stundenlang beschäftigen. Chico hingegen ist nach einer halben Stunde schon wieder total langweilig und er will unbedingt wieder los, um nach neuen Kumpels Ausschau zu halten. DSC_0324 DSC_0191 DSC_0290Von denen trifft er eine ganze Menge.

 

 

 

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Fischkutter am Anleger vor dem Fischmarkt

Mittags gibt es Fischbrötchen, sehr gut sind sie am Kiosk vor dem Bahnhof oder am unteren Ende des Fischmarktes. Während der Fischmarkt nur Samstag und Sonntag geöffnet hat, sind die drei Imbissstände die ganze Woche besetzt. Auch hier lauern Möwen, die unachtsame Besucher attackieren und sich dann mit der Beute aus dem Staub machen. Es hat sich auch noch niemand gefunden, der sich in einen kreischenden und zankenden Pulk Möwen stürzt, um eventuelle kümmerliche und zerfetzte Reste seiner Fischbrötchen zurück zu holen.

Nachmittags sollte man entweder relaxen oder noch mal eine Strandwanderung unternehmen. Ein Einkaufsbummel, um zum Beispiel ein Hemd zu kaufen, ist eine ausgesprochen schlechte Option. Die letzte entsprechende Aktion im Mare Baltic am Strom endete mit einer sehr großen Tüte, drei Hemden, einer Krawatte und einem Anzug. Und natürlich waren hier die Köter nicht gelangweilt und drängten nicht zum Aufbruch. Jeder Kaffeehausbesuch ist billiger.

Den Abend verbringt man „Im Stromer“ in sehr schönem Ambiente und einer ganz ausgezeichnete Küche, allein diese ist schon einen Besuch in Warnemünde wert. Dringend geboten ist eine rechtzeitige Tischreservierung. Bis zum vergangen Jahr musste sich der „Stromer“ den exzellenten Ruf der Küche ebenso wie das Ambiente mit einem anderen Restaurant, einige Häuser näher zum Stadtzentrum, teilen.

Seit einem Betreiberwechsel verzichtet man dort auf Tischdecken, dadurch könne man die Preise etwas reduzieren. Das Flair entspricht jetzt dem Niveau einer Bierkneipe. Von ausschließlich frisch zubereiteten Speisen und Zutaten, auf die die vorherigen Betreiber mit Recht stolz waren, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Mit anderen Worten: Die Qualität des Essens und die lieblos auf dem Teller verteilten Fertigzutaten passen sich dem an.

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Leuchtturm Warnemünde aus Richtung Lotsenstube

Ich kann mich nicht erinnern, wann es mich zuletzt ich nach einem Essen dringend nach einem Schnaps verlangte. An der Lotsenstube unterhalb des Leuchtturmes, Straße „Am Leuchtturm“, war ich bisher immer vorbei gelaufen, hatte sie gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Cleo allerdings fand sie geeignet, um dem nach wie vor verhassten Autoverkehr aus dem Weg zu gehen. Einfach eingerichtet mit nur einem kleinen Raum, aber sehr gemütlich und preisgünstig.