Little brother is watching you

Du fühlst Dich einen Moment unbeobachtet, hast die extra gekauften Filzpantoffel an den Füßen und schleichst Dich in die Küche. Die Hand zum Kühlschrank ausgestreckt das Gefühl, beobachtet zu sein. Stille, atemlose Stille! Blicke, wie Laserstrahlen im Rücken!

Ein vorsichtiger Blick über die Schulter – und da sitzen sie, nebeneinander aufgereiht! Reglos, lautlos! Soeben waren sie noch in irgendwelchen Ecken, auf Kissen oder da, wo sie nicht liegen sollten. Und nun: Erwartungshaltung, Belagerungszustand. Der Ausgang ist blockiert und Du weißt, nur gegen Wegezoll ist der Weg zurück ins Wohnzimmer möglich.

Sommer, Sonne, die Monster toben durch den Garten, bereit alle Luftmikroben, die die imaginäre Zaungrenze überschreiten, fertig zu machen. Ein paar Chips vielleicht. Auf halbem Weg zur Schublade verdächtige Stille und da stehen sie in der geöffneten Terrassentüre, bereit ihren Anteil einzufordern.

Ganz ehrlich: Die müssen das ganze Haus verwanzt habe, Kameras, Lichtschranken, die Alarm auslösen, Bewegungsmelder, volles Programm eben. Anders ist es nicht zu erklären, warum die besten Freunde des Menschen untrüglich immer dann auftauchen, wenn man sich vermeintlich heimlich und ungestört etwas gönnen möchte.

Big brother ist mehr als nur harmlos dagegen!

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.