Hiddensee – Anreise

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Dornbusch, das Kliff an der Nordwestküste von Hiddensee

Hiddensee, die Künstlerinsel, hat nach eigener Werbung mehr Sonnentage als das nahe gelegene Rügen. Das und die Autofreiheit (Kraftfahrzeuge sind bis auf wenige örtliche Ausnahmen nicht erlaubt) ließ auch für den Oktober hoffen, ein paar sonnige und vor allem ruhige Urlaubstage zu verbringen. Dazu die Lage im Naturpark Vorpommersche Boddenlandschaft, vielleicht auch die Gelegenheit, noch ein paar Fotos von Zugvögeln mitzubringen.

Das letzte Teilstück der Anreise ist mit der Fähre zurückzulegen, das Auto muss auf dem „Festland“ zurückgelassen werden. Deshalb empfiehlt es sich, sich bei der Reisevorbereitung auf das notwendigste Gepäck zu beschränken, vor allem wenn noch ein vierbeiniger Begleiter dabei ist. Hat dieser Bernhardinergröße schleppt er sein Gepäck vielleicht selber, Chico hingegen ist sich für so etwas Triviales viel zu vornehm und lässt grundsätzlich tragen, manchmal sogar sich selbst!

Fähren fahren ab Stralsund, Fahrzeit eineinhalb Stunden, und ab Schaprode auf Rügen, Fahrzeit 35 Minuten. Die kürzere Überfahrt und die beiden Großparkplätze sprechen für Schaprode. Außerdem hat man hier eine Stunde weniger Zeit, um seekrank zu werden. Allerdings sollte man sich darauf einrichten, bereits am Dorfrand zu parken, der Platz am Hafen ist meistens voll. Vom Parkplatz am Ortsrand läuft man etwa 15 Minuten, einen aufdringlichen Zwerg an der Leine kann es schon mal länger dauern. Ohne Leine sowieso, weil er jeder Schönen hinterher läuft, mit jedem Kumpel spielt und viele Nachrichten lesen muss. Es gibt ab Parkplatz auch einen Shuttle zum Hafen, dessen Fahrzeiten sich mir aber nicht erschlossen haben. Abgesehen davon war er an unserem Anreisetag sowieso nicht im Einsatz.

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die „Vitte“ auf dem Weg zum Hafen

Einige Leute mit Hiddenseeerfahrung hatten einen Bollerwagen dabei, um das Gepäck zu transportieren. Keine schlechte Idee! Fährt man mit der „Vitte“ klappt auch das Boarding reibungslos. Sie hat ein Fahrzeugdeck, so dass man mit Anhänger leicht an Bord gelangen kann.

Die Anreise sollte mit ausreichend Zeit kalkuliert werden. Rückt die Abfahrtzeit der Fähre näher und sind noch reichlich Kilometer zu fahren, kann das zu Streß führen. Fähre ab Schaprode um 16.15 Uhr, die nächste und letzte um 18.25 Uhr. Die 16.15 verpasst heißt zwei Stunden Fähranleger. Der Warteraum hat eher Bahnhofsflair und für ausreichende Lokalauswahl in der Nähe ist Schaprode zu klein. Die 18.25 Fähre verpasst bedeutet unweigerlich Wassertaxi. Und das wird recht teuer, sofern man nicht noch ein paar Leidengenossen hat, die sich ebenfalls in der Zeit verschätzt haben und mit denen man sich die Kosten teilen kann. Hund muss auf der Fähre übrigens auch bezahlen, die Tarife finden Sie hier.

Zum Fahrplan der Reederei Hiddensee:

Wir kamen natürlich rechtzeitig! Die Fähre hatte Verspätung. Wir tuckern gemütlich durch den Schaproder und weiter durch den Vitter Bodden nach Vitte, dem Ziel unserer Reise. Das Wassertaxi, das unterwegs mit langer Heckwelle souverän vorbei zieht, beobachten wir mit leichtem Neid.

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Oscar

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und Shiva

Chico hat die Fahrt genutzt, um ein paar neue Freunde kennen zu lernen, echte Spanier. Mit Oscar verabredet er kurz Dummheiten, die sie noch aushecken wollen, von Shiva aber ist er hin und weg. Sie ist ja so schön und er so verliebt!

Vitte scheint recht überschaubar zu sein, dennoch ist es hilfreich, sich im Vorfeld genau anzusehen, wo die Unterkunft liegt. Die als selbstverständlich vorausgesetzten Wegweiser sind nicht zu entdecken. Einen Ortsplan sucht man am Hafen ebenfalls vergeblich. Wenn es dann auch noch, wie an diesem Tag, in Strömen regnet, ist von den möglicherweise 650 Einwohner niemand auf der Straße, um nach dem Weg gefragt zu werden. Mit Glück gibt es Mitreisende, z.B. die mobilen Dosenöffner von Oscar und Shiva, die schon mal auf der Insel waren, etwas mehr Überblick haben und die einzuschlagende Richtung weisen geben können.

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Fischkutter im Hafen von Vitte

Am Hafen stehen häufig Fahrradanhänger der verschiedenen Hotels und Pensionen. Man sollte sich nicht scheuen, sich eines solchen zu bemächtigen. Die Reisetaschen über die Pflasterstraßen zu zerren, dazu Regenschirme balancieren, den Zwerg im Auge zu behalten, damit er unterwegs nicht Kumpels besuchen geht, führt schnell zu einer gewissen Überforderung. Den Fehler, auf den Wagen zu verzichten, macht man nur einmal!

Obwohl es nicht ganz einfach war, eine Unterkunft mit Hund zu finden, sind, wie wir in den nächsten Tagen noch feststellen konnten, erstaunlich viele Vierbeiner, auch als Besucher, auf der Insel.

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